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Wendische und deutsche Fischerei-Ausdrücke der Wenden zu Burg (Spreewald)
Banja, ta, die Kanne [um Krebse, auch Fische hinein zu thun].
bleja, ta, der Blei.
blumbawa, plumbawa, ta, die Blumbawa, eine Stange mit Lederplatten zum Aufscheuchen der Fische.
bubajnc,1) ten, die Reuse.
cacaś Krebse fangen.
cacawka, ta, das Krebsnetzchen; cacawki stajaś Krebsnetze stellen.
cepk, ten, der Stock [an den Flügelenden der Wate und des Garnsacks].
cerẃenica,2) ta, das Rothauge [Rodo].
ceslina, ta, die [Fisch-] Schuppe.
cikan, ten, = šwikajnc.
cołn, ten, der Kahn.
cwern, ten, der Zwirn [des männlichen Krebses].
delka, ta (k tym welikym hokam k štrykowanjoju) das Brettchen (zum Stricken der grossen Maschen).
górcica, ta, der Bitterfisch.
groch, ten, die Erbse [als Angelköder].
grusk, ten, der »Grünseling« [Gründling].3)
hobryc, der Reifen [an Käscher und Schering].
hobrycka, ta, das Reifchen [am Garnsack, Reuse und Krebsnetzchen].
hoko, to, das Auge, die Masche.
huda, ta, die Angel.
hugor, ten, der Aal.
hukleja, ta, der Iklei4)
huźiś, angeln.
huźišćo, to, die Angelstange.
jagły, te, die Hirse5) [die Eier des weiblichen Krebses].
jalc, ten; der deutsche Name fehlt.6)
jas, ten, die Jäse.
jašk, ten, das deutsche Wort fehlt; der Eingang in Reuse, Garnsack und Fischkorb.
josło, to, das Ruder.7)
kameń, ten, der Stein [für die Reuse].
karaś, ten, die Karausche.
karpa, ta, der Karpfen.
kašor, ten, der Käscher; z kašorom łojś mit dem Käscher fischen.
kašć, ten rybacny, der Fischkasten.
klaška, ta, die [Filet-] Nadel zum Netzestricken. Im Dorfe Leipe: glicka.
knebel, ten, der Stock [zum Aufstellen des Garnsacks und der Reuse, und der Stock des Krebsnetzes].
kneblišk, ten, das Stöckchen, Hölzchen [entweder um die Reusenstrippe am Ufer festzuhalten oder um als Flotte für sie auf dem Wasser zu schwimmen].
kolbarš, ten, der Kaulbarsch; auch genannt: ten hochlaty, d.h. der »Rotzige«, wegen seines Schleimes.
kołk, ten, das Stöckchen [Querhölzchen am Krebsnetzchen]; ten kołk k štrykowanjoju das Stöckchen zum Stricken der kleinen Maschen.
kokulka, ta, der [Angel-] Haken.
kosywko, to, die Pose [an der Angelschnur]8)
kóža, ta, das Leder [aufgeschlagen auf der Blumbaua].
kozol, ten, der Bock [zum Netzestricken].
křidło, to, der Flügel [bei Wate und Garnsack].
kula, ta wołojana, – cinowa, die Blei-, Zinn-Kaule (Kugel) [als Beschwerer am Knebelnetz und Wate]; ta drejana k. die [Flotte] von Holz [als Schwimmer].
kuźack, ten, das Klötzchen [an Knebelnetz und Wate, aus Lindenholz, als Schwimmer].
lětoskarik, ten, der Hecht im ersten Jahre.9)
lin, ten, der Schlei.
łojś fangen (fischen); z korbom łojś mit dem Korbe fischen.
łońskaŕ, ten, der Hecht im zweiten Jahre.
łušćina, ta rakowa, die Krebsschale.
měch, ten, der Sack [bei der Wate].
měńk, ten, die Quappe.
merk, ten, der Fischroggen [Laich].10)
merknenje, to, das Laichen.
merknuś, »lajken«, laichen.
mloko, to, die Milch [des männlichen Fisches].
noga, ta, das Bein (die Krebsscheere, »der Krebs hat zehn Beine«).
nož, ten, das Messer [zum Ausnehmen und Reinigen der Fische, das in Burg meistentheils von den Männern besorgt wird].
panik, ten, die Luhme [aufgehauenes Loch im Eise].
pěźak, ten, der Regenwurm.
piskoŕ, ten, der Peisker.
płošica,11) ta, der Weissfisch [die Plötze].
pogajnc, ten, eine Stange mit Schilfwisch zum Aufscheuchen der Fische.
plumbaś, ryby, Fische plumpsen, pluntschen [mit einem Plumbstock aufscheuchen und in vorgehaltenem Korbe fangen].
powjerž, ta, das Knebelnetz.12)
powrjasło, to, die Fischflosse [auch Band von Stroh, Heu, Schilf].
preco, to, das Querholz [am Käscher].
přežeńco, to, der Garnsack; přeženco stajiś einen Garnsack aufstellen, přeženca stajaś Garnsäcke aufstellen.
pŕeženo, to, das Garn, das Netzwerk.
přutk, ten, der Stab, das Stäbchen [aus denen der Fischkorb, wěrša, gemacht wird].
puchoŕ, ten, die [Fisch-] Blase.
rak, ten, der Krebs; rak z dwěma kožoma, ein »doppelschäliger« Krebs, dessen Fleisch als Köder benutzt wird.
rakajca, ta, der Krebsstein.
raki śěnuś, Krebse ziehen [aus ihren Löchern]
rapa, ta, der Rappe.
ryba, ta, der Fisch; do rybow jěś in die Fische fangen.
rybak, ten, der Fischer.
sack, ten, die Fischreuse, aus Weidenruthen zum Aufbewahren der Fische.
samjak, ten, der »Hahn«, das [Fisch-] Männchen.
samica, ta, die »Sie«, das [Fisch-] Weibchen.
śćipjeł, ten, der Hecht.
šereń,13) ten, der Schering, Kreuzhamen; z šerenjom łojś mit dem Scheren fischen.
sěś, ta rybjacna, das Fischnetz.
šěšćak, ten, der Käscher [in Leipe, Lehde, Boblitz, Stradow, Naundorf].
skock, ten, der »Sprengsel«, die Heuschrecke [als Angelköder].
šmarl, ten, die Schmerle.14)
šneka, ta, die Muschel [als Köder im Krebsnetz].
šnora, ta, die [Angel-] Schnur; ta włosana šnora das Haarseil und ta konopna šnora die Hanfschnur [am Knebelnetz].
šteklina, ta, der »Steckling«.15)
štryck, ten, die Strippe [an der Reuse].
štyr, ten, das »Steuer« [der Theil des Spreewaldkahnes, welchen die hintere Spitze und das Querbrett einschliessen].
šupa, ta, die Schippe (das Blatt am Ruder).
šwikajnc, ten, der deutsche Name fehlt.16)
tobolica, ta, die Eintagsfliege.
tycka, ta, die [Angel-] Stange.
wada, ta, die Wate, z teju wadu śègnuś mit der Wate ziehen.
wěkš, ten, der Wisch [zum Verstopfen des hinteren Ausganges der wěrša, von Stroh oder Schilf].
wěrša, ta, der Fischkorb aus Holzstäben um Fische zu fangen.
witrunga, ta, der Köder.
włosy, te, die Haare [Fühlfäden des Krebses].
wótŕawa,17) ta, der Barsch.
źaba, ta, der Frosch [als Köder im Krebsnetze].
źerdka, ta, die Stange [an Käscher, Schering, pogajnc, plumpawa und Ruder].18)
Quelle: Schulenburg, Willibald von: Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Berlin: Nicolai, 1882, S. 2.
