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sagen:werra155

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Von den goldenen Knotten am Ringelstein

„Es war in der Adventszeit, wo, wie Sie wohl auch wissen, vordem die Gespenster gar keine Ruhe hielten, als eine arme Frau von hier nach dem Ringelstein in's Leseholz ging. Wie sie nun den Schloßberg erreicht, sah sie vor sich auf dem Schnee einen großen Haufen Knotten, der in der Sonne wie eitel Gold schimmerte. Das kam der Frau gar wunderbar vor, und sie dachte gleich an die verwünschten Schätze im Schlosse. Einen Augenblick überlegte sie nun, was zu thun sei, denn es war ihr doch ein Bischen grausig um's Herz, dann aber kniete sie nieder und raffte sich die Schürze voll. Doch als sie sich erhob und den Platz verlassen wollte, wurde sie einen großen schwarzen Hund mit feurigen Telleraugen gewahr. Darüber erschrack das arme Weib dermaßen, daß sie ihre Schürze los und die eingerafften Knotten fallen ließ. Sie lief nun so schnell sie nur konnte den Berg hinunter. Als sie nach Hause gekommen war, dankte sie dem lieben Gott für ihre Rettung, warf ihre Holzschuhe ab und entdeckte zu ihrer nicht geringen Freude einige blanke Goldstücke in denselben. Eins derselben hat meine Eltermutter selbst gesehen, die damals noch lebte.“ So erzählte der alte Eichel in Waldfisch.

Quellen:


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