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Der Teufelsstein in Graustein
In Graustein liegt ein Stein, den soll der Teufel mit einer Kette dahingeschleppt haben, denn er wollte die Kirche zerschlagen. Der Teufel hatte sich mit dem Pfarrer entzweit, und der Pfarrer hatte gesagt: »Ty njeb'źoš doch mi nic woternuć, Du wirst mir doch nichts abreissen! – To b'źomej wiźeś, das wollen wir sehen« sagte der Teufel, »früh, ehe der Hahn kräht, wird Deine Kirche in Grund und Boden geschlagen«. Dann ging er fort und kam gegen Morgen mit einem grossen Steine an. Da kam eine Frau zum Pfarrer gelaufen: »Tam přiźo jeden z takim welikim kamenjom, da kommt einer mit so 'nem grossen Stein«. Der Pastor sagte: »Njent ženska, daj radu, jetzt, Frau, gieb Rath«. Da klatschte die Frau sich an die Beine und der Hahn (honak) hat geschrieen, wie eben der Teufel den Stein gegen die Kirche schleudern wollte. Dann liess er ihn fallen und so liegt der Stein noch heute auf dem Kirchhofe bei der Kirche. S. I, 184.
Quelle: Schulenburg, Willibald von: Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Berlin: Nicolai, 1882, S. 86-87.
