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sagen:wendischesvolksthum89-5

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Der Graw in Mühlrose

In Mühlrose sind drei Flecke [Stellen, Landstücke], die heissen: na grapsach, na pusćinje und za žorejk. Die drei Namen haben folgende Bewandtniss. Bei Mühlrose waren Grawen, die hatten immer Hunger, und einer wollte mal essen und konnte nichts kriegen. Wie nun ein Bauer mit Mist vorbeifuhr, wollte er das Pferd »zu fressen« haben, aber der Bauer wollte es nicht geben. Da ging der Graw sehr auf ihn los und der Bauer lief fort. Darum heisst die Stelle: na pusćinje, d.h. soviel wie angefangen nachzulaufen. Weiterhin griff er sie an, darum heisst der Fleck: na grapsach. Nun konnte er aber doch die Pferde nicht gleich verzehren, darum heisst die Stelle, wo er das Pferd gefressen hat: za žorejk. S.

Quelle: Schulenburg, Willibald von: Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Berlin: Nicolai, 1882, S. 72.


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