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sagen:wendischesvolksthum76

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Der Nyx

Im Spreewalde, Drachhausen, Bohsdorf u.a.O. nyks, in der [preussischen] Oberlausitz: nykus, wodny nykus, wódny muž (Wassermann). – Hodernykus Burg, Neustadt. – Hodernyks,1) hadernyks, woderniks, wódny muž. Schleife, Jämlitz, Gablenz u.a.O. I, 115.

Die Nyxe waren wie kleine Kinder, immer roth angekleidet, mit grünen Mützen.

Beim Dorfe Neustadt war früher in der Spree ein tiefes Loch. Daselbst hatte der Förster seinen Acker und da ist der Nyx immer in die weissen Rüben gegangen. Neustadt.

Vor Johanni, bis das Wasser abgeblüht2) hat, soll man nicht baden (in der Mark).

Nymphaea alba heisst in Burg wódka, in Schleife wódna leluja, Wasserlilie.3) [Kandelblume wurde sie von den »Kräutern«, bei Breslau sesshaft, Nachkommen von Wenden aus Altenburg, genannt.] I, 122, 180.

Plumbe in G.-S.

Quelle: Schulenburg, Willibald von: Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Berlin: Nicolai, 1882, S. 54.


1)
Mehrheit: hodernyksy, zwei: hoderniksa. – Pannach, Lausitz. Monatsschrift 1797 (Görlitz), »Reliquien« u.s.w. nennt [als Pflanzen] »wodneho muža porsty« [Wassermanns-Finger]; wodneho muža potacžki [Wassermanns-Kolben]; wodneho muža łosy« [Wassermanns-Haare]. Nach Pfuhl, wend. Wörterbuch: potače Wasserkolben, Typha latifolia et angusti folia, Rstk.
2)
»Das Wasser blüht«, wenn es mit kleinen Wasserpflänzchen angefüllt ist.
3)
Den Nyx vertrat in Burg: Die weisse [Nymphaea alba] und gelbe Seerose, Nuphar luteum L., mit ihren langen Stengeln [als Geschlinge] Baumwurzeln, Zweige, Grundholz, steile Böschungen, Barren, Untiefen, Löcher, Strudel, Kielwasser der Kähne in flachen und engen Fliessen als weisse Arme hinter dem Steuer, Himmelsäther (als weisser Leib) gespiegelt im Wasser in der Spiegelung dunkler Massen, Leichen, grosse Fische, Fischotter, grosse Frösche u.d.m.
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