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sagen:wendischesvolksthum15

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Robliki

In alter Zeit begrub die Gemeinde von Zerre, Drětwa,1) in Schleife ihre Todten. Früher war es Sitte, dass am Leichenwagen auf jeder Seite eine Leiter2) war. Halbwegs etwa zwischen Zerre und Schleife wurde haltgemacht und eine Rede gehalten, die Wagenleitern heruntergenommen und in ein tiefes Sandloch gethan. Dann fuhren sie den Todten weiter bis nach Schleife. Da in dem Loche verfaulten die Leitern und davon heisst der Fleck noch heute Robliki. Damals war es auch Gebrauch, dass sich die Leute dann wieder »Stangen« (junge schlanke Stämme) zu neuen Leitern aus der Haide (Kiefernwald) nahmen3). S.

Quelle: Schulenburg, Willibald von: Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Berlin: Nicolai, 1882, S. 5-6.


1)
Die dazu gehörige Mühle: Šyldy.
2)
Rebel auch jabrik die Leiter.
3)
Das heisst: ohne Erlaubniss abhauten.
sagen/wendischesvolksthum15.1722534571.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)