<<< zurück | Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau | weiter >>>
Die Hexe als Hase
An zwei Tagen sah ein Jäger aus Freiburg im Walde des Schloßbergs einen Hasen und schoß nach ihm; aber beide Male blieb derselbe ruhig stehen, blickte den Mann spottend an und entfloh erst dann, als jener auf ihn zueilte. Da muthmaßte der Jäger, daß Hexerei im Spiele sei, lud sein Gewehr mit geweihtem Pulver und schoß damit auf den Hasen, als er ihn zum drittenmal gewahrte. Statt desselben stand nun ein Portiunculaweiblein auf dem Kopfe da, welches eine blutende Schußwunde in der Brust hatte und, als der Jäger es anrührte, todt zu Boden fiel.
Quelle: Heinrich Schreiber, Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau und ihrer Umgegend, Druck und Verlag von Fr. Xav. Wangler, 1. Auflage von 1867
