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Die alte Kirche bei Gochsheim
Als Gochsheim noch im Thale lag, brannte es, außer der Kirche, völlig ab. Unter der Bedingung, daß der Wiederaufbau bei dem Schlosse geschehe, entließ der Graf von Eberstein die Bürger aus der Leibeigenschaft und veranlaßte so die Verlegung der Stadt auf die Höhe. Die Kirche blieb einsam im Felde stehen und kam allmälig in Verfall. In ihr zeigten sich manchmal gespenstige Mönche im Gebet und nachts wunderbare Lichter. Zwei Männer geriethen einmal in das Gewölbe unter ihr und sahen dort eine Kiste, worauf ein schwarzer Hund lag, vor dem sie eilig entflohen. Gegenwärtig ist die Kirche ganz abgetragen, und der unterirdische Gang verschüttet, welcher von ihr in das Kloster jenseits des Baches führte.
Quelle: Bernhard Baader, Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden, Band 1, Verlag der Herder’schen Buchhandlung, Karlsruhe 1851
