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Eines Abends ging ein Mädchen vom Felde nach Hanse. Als es an einen Kreuzweg kam, sah es, wie eine alte Frau mit dem Besen kehrte. Die Frau sprach zu dem Mädchen: „Hier hast Du Etwas, ich will Dir was schenken.“ Mit diesen Worten gab sie ihm einen grossen Haufen Kehricht in die Schürze. Das Mädchen war mit seinem Kehricht den halben Weg gegangen, als es einen Theil desselben wegschüttete. Darauf ging das Mädchen wieder ein Stück. Nach einem Weilchen machte es die Schürze wieder auf: siehe, da waren lauter Kröten darin. Das Mädchen schüttete wiederum einen Theil davon weg. Als das Mädchen an die Hausthür gekommen war, öffnete es seine Schürze; jetzt waren lauter Goldstücke darin. Nun lief es eilig zurück zu den Stellen, auf welchen es die Kröten und den Kehricht ausgeschüttet hatte, aber es fand sich nichts mehr davon, so dass das Mädchen ärgerlich nach Hause gehen musste. Suscho
Quelle: Edmund Veckenstedt: Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche. Leuschner & Lubensky, Graz 1880
