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Meiningens Ursprung und Name
Es sagen die alten Chronikenschreiber, daß Meiningen anfänglich nur ein einsamer Hof an der Werra gewesen und zum Eining genannt worden sei, daraus durch Zusammenziehen Meiningen entstanden, wie in diesen Gegenden häufig der Fall, daß manche Ortsnamen durch jene ganz verändert werden, z. B. aus zum Ebenharz wurde Mäbriz, zum Albrechts Malmers etc. Der Frankenherzog Genebald machte im Jahr 618 Meiningen zu einer Stadt und ließ den Grundstein zur Ummauerung legen. Davon ist in einem alten Buche nachstehender Reim gefunden worden:
DCXVIII
Als nach Christi Geburt die Jahrzahlen
Gleichnißweiß sich ließen abmahlen
In einem Bogen: Sägen runden
Und durch ein Hirten: Horn gewunden,
Das er zum Treiben blasen muß,
Auch durch einen einfachen Tisch) - Fuß,
Durchs Haupt von einer Ofen - Gabel,
Und drei Pfähl mit gespitztem Schnabel
Stadt Meining an der Werr berümbt,
Der Franken Pfort ihrn Anfang nimmt,
Welch vor ein wüste Eining gar,
Und lange Zeit ein Viehhof war,
Bis daß im Sumpf die Burg zuletzt
Auf Erlen: Pfähl und Rost gesetzt.
Dieser Stadt Wahrzeichen ist ein Kreuzpfennig, der außen am Chor der Kirche eingehauen ist, und ihr Wappen zeigt fünf Thürme in verschlossener Ringmauer als Pforte des Franken-Landes.
Quellen:
- Ludwig Bechstein - Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes, Meiningen und Hildburghausen, 1857, Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung
