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sagen:tss3331

<<< | Sagen aus Thüringens Vorzeit, den drei Gleichen, dem Schneekopf und dem thüringischen Henneberg | >>>

Von Erscheinungen und Schätzen in Benshausen

Von manchem Gespenst, das bei vergrabenen Schätzen umgeht, ist in Benshausen viel die Rede. In einem Hof ging eine weiße Frau um, sie hatte große Schäße vergraben, und darum keine Ruhe. Späterhin wurde das Haus abgerissen, da erschien sie in dem Nachbarhof und ward gesehen über den Steg wandelnd, welcher über den Bach führt; die Erscheinung war sehr groß.

Ein Meßger, der einmal in jenem Hause schlachten sollte, wachte im hellen Mondschein auf, glaubte, es sei früh, stand auf, nahm sein Geräth, ging hin und wollte sein Geschäft beginnen, obwohl im Hause noch alles schläft. Auf einmal steht die weiße Frau bei ihm und sieht ihm schweigend zu. Indem er sie gewahr wird, hebt die Thurmuhr an zu schlagen und schlägt zwölf Uhr, Mitternacht. Mit dem letzten Schlag ist die Frau verschwunden.

In einem andern Haus, das eines der ältesten im Ort ist, liegt ein Schatz; vor einigen Jahren geschah es, daß der Hausbesitzer den Schatz gern heben wollte, der an drei Orten versetzt war.

In Königshofen1) war ein Jesuiter, dem ließ der Mann Botschaft sagen, aber es kam die Antwort, er habe schon zu viel daran gearbeitet. In der zwölften Stunde ist der Hauseigenthümer im Keller, da steigt vor ihm ein riesengroßer Mann empor, der bis an das Gewölbe ragt, und es prasselt, daß Alle im Hause denken, dieses bräche zusammen. Und lange bleibt die Gestalt unbeweglich stehen. In Mühlhansens Haus verführte Einer, Grünewaldens Paulus, die Magd, und sie mordete, auf sein Anstiften, ihr Kind. Der hat nachher keine Ruhe gehabt, und hat gespukt, und gebrüllt, wie ein Löwe. Da kamen die Jesuiter, stiegen zum Fenster hinein, weil der Geist auf der Schwelle stand, fingen ihn, und bannten ihn in die Kammer, die noch die schwarze heißt, und in die Niemand geht.

Quellen:


1)
Stadt im Grabfeld
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