Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:tss3311

<<< | Sagen aus Thüringens Vorzeit, den drei Gleichen, dem Schneekopf und dem thüringischen Henneberg | >>>

Vom Bergwerk in Goldlauter

Es geht die Rede, daß die Bergwerke zu Goldlauter in früher Zeit sehr ergiebig gewesen, da heutiges Tages die Ausbeute nur gering ist. Unter dem Hirschkopf, wo die Gold, das Bächlein, entspringt, steht im Berge ein goldner Hirsch, der noch gefunden werden soll, darum heißt auch die eine der Gruben noch die Hirschzunge. Ein thüringischer Fuhrmann kam nach Meklenburg, dort traf er einen Mönch, welcher sich gar angelegentlich und eifrig nach den Bergwerken in Goldlauter erkundigte. Dem erzählte der Fuhrmann, daß dieselben schon lange unbebaut lägen, und der Mönch erwiederte, er wisse das gar wohl, und es wundre ihn nicht, denn das Bergwerk sei mit einem Hufeisen versetzt, wenn das gelöst sei, werde auch wohl der Hirsch gefunden werden. Der Fuhrmann fragte den Mönch nicht weiter, erzählte aber, als er nach Hause kam, die Sache, und was der Mönch gesprochen; da wurde ihm gesagt, er solle doch bei der nächsten Reise den Mönch wieder aufsuchen und ausforschen, wie der Bann zu lösen sei, oder ihn selbst mitbringen. Das versprach er auch treulich auszurichten; der Fuhrmann hat aber den Mönch nicht mitgebracht, und ist auch selbst niemals wieder gekommen. Der Bann liegt noch auf dem Bergwerk, doch ist es wieder fröhlich aufgenommen worden, und die lautre Gold, die ihren Namen so wenig vergebens hat, wie die Hoffnungswand, ein Abhang nach dem Dorfe hinunter, sehen vielleicht noch reichen Bergsegen zu Lage bringen.

Quellen:


sagen/tss3311.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1