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sagen:tss2339

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Die Kuh aus dem Felsen

Nahe beim Wittgenstein weidete vor Jahren der Farrnröder Hirte und erblickte mehre Morgen eine überaus schöne Kuh, die sich seiner Herde zugesellt hatte, ohne daß er wußte, wem sie gehöre, noch woher sie gekommen. Eben so war Abends die Kuh wieder von der Heerde weg, ohne daß er gemerkt hatte, wohin sie sich verlief. Da gab er denn gegen den Spätherbst hin mit seinem Hütjungen endlich recht genau Acht, und erblickte eines Morgens die Kuh, wie sie aus den Erlenbüschen dicht unter dem Fels herauskam; dort ging sie auch Abends wieder hinein. Den Abend darauf wollte der Hirte noch genauer erfahren, was es mit dieser Kuh für eine Bewandniß habe, und lief ihr nach, als sie die Trift verließ. Die Kuh ging in eine Kluft des Berges hinein und verschwand. Der Hirte ging ihr nach, kam in einen hellen Gang und zuletzt an eine Thüre, an die er anklopfte. Da trat eine Jungfrau heraus und fragte ihn: Was willst Du? Das Hutgeld für die Kuh, die Ihr mir alle Tage heraus zur Weide schickt, antwortete der Hirte unerschrocken. Das Jungfräulein reichte ihm einen alten Thaler und sprach: Hättest Du nicht gefordert, hättest Du mehr bekommen! Ließ den Hirten stehen und verschwand. Dieser ging aus dem Felsen, nie kam wieder die Kuh zur Weide, nie fand er wieder die Kluft, den Bergeseingang. Von solcher Kuh eine ähnliche Sage wird auch vom Hausfeld erzählt.

Quellen:


sagen/tss2339.1715771378.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)