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Der Luthersbrunnen bei Tambach
Es geht die allgemeine Sage und ist auch in alten Schriften als wahr bestätigt, daß Doctor Luther auf dem großen Fürstentage zu Schmalkalden im Jahr 1537 schwer und tödtlich erkrankte und darauf bestand, in seine Heimath zu reisen, worauf ihn der Churfürst von Sachsen in seinem eigenen Wagen unter gutem Geleite von dannen fahren ließ, daß Luther auf dem alten Wege über den Rosengarten fuhr, großen Durst empfand und unterwegs ausstieg, um seinen Durst an einer ohnweit der Fahrstraße entspringenden frischen Bergquelle zu stillen. Dieser frische Trunk wirkte also heilsam auf den Gottesmann, daß er sich schon merklich erleichtert fühlte und mit besserm Vertrauen und guter Getröstung in Tambach einfuhr. Hernach ist der Brunnen mit Steinen gefaßt und zum ehrenden Andenken bis auf diesen Tag der Lutherbrunnen genannt worden.
Quellen:
- Ludwig Bechstein - Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes, Meiningen und Hildburghausen, 1857, Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung, Band II S. 71-72
