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Von ergiebigen Stollen und Brunnen bei Schwarzwald
Vor Schwarzwald wurde ein Schurf gethan, darin ist ein Stollen zwei Lachter tief in den Berg ges trieben worden, da wurde lange Zeit täglich hinweggetragen. Triebe man noch 1 Lachter weiter fort, so träfe man einen schwarzen Mulm, davon zehn Centner einen Centner gemischtes Erz geben, nämlich 60 Pfd. Zinn und 40 Pfd. Silber.
In der Nähe ist ein Brunnen, der Goldbrunnen genannt, dieser wirft Hammerschlagblumen aus; gegen ihm über mitternachtwärts steht der alte Thurm.
Ueber dem Schwarzwald kohlte einst ein Köhler, und als der Meiler ausgebrannt war, und geräumt wurde, war das Erdreich in rechtschaffne Schlacken verwandelt; er hob die Erde weg, und fand zwei Lachter tief ein gutes Bleierz, drei Ellen breit, zwei Ellen tief, und 30 Lachter von Nordost gegen Südwest fortstreichend, in einer schwarzen Letten, davon der Centner 30 Pfd. Blei gab.
Auch ist über dem Ort Schwarzwald hinter dem wüsten Schloß, davon noch der Thurm zum Wahrzeichen steht, gegen Süden ein Stollen getrieben worden, da jedoch nur eitel nichtig Gestein, aber drei Lachter weiter hinein ist eine Kluft, da steht sichtig Gold in einem harten weißen Bleistein, davon der Centner 8 Pfd. Gold hält.
So auch an der dicken eichenen Leithen, dem Kienberg und Stußhaus gegenüber, ist in einem Stollen ein sehr gutes Kupfererz angetroffen worden, aber bald verschwunden.
Quellen:
- Ludwig Bechstein - Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes, Meiningen und Hildburghausen, 1857, Verlag der Kesselringschen Hofbuchhandlung
