sagen:tsb219
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Der wilde Jäger im Rußthale
Ein alter Einwohner von Untergeisendorf bei Berga erzählte, daß auch in dem sogenannten Rußthale, das nach Großkundorf zuführt, im dortigen Gehölze der wilde Jäger sein Wesen getrieben. Man sah die Schatten zusammengekoppelter Hunde, und hörte ihr Gebell, vernahm auch Jagdrufe von einer dumpfen Menschenstimme hervorgestoßen, und dieß Jagdgetöse ging von dem sogenannten hohen Holze aus und zog sich nach dem Eulengraben hin. Viele alte Leute der Gegend haben solchen Spuk gehört, ja manche ihn gesehen, und alle haben diese Wahrnehmung beglaubigt.
Quelle:
- Ludwig Bechstein - Thüringer Sagenbuch, Wien und Leipzig, C. A. Hartlebens Verlags-Expedition, 1858
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