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Gespenstiger Spuk im Burggraben
In der hinter dem Schlosse Berga befindlichen tiefen Schlucht, dem sogenannten Schloßgraben, soll es zur Nachtzeit ehedem gar nicht richtig gewesen sein. Die Wanderer auf dem nach Berga durch das enge Thal führenden Fußsteg sahen entweder ein graues Männchen, oder einen beweglichen Klumpen in Form eines Erbsenbüschels, wenn gerade die Geisterstunde sie überraschte. Das graue Männchen sah manchem gar unheimlich ins Gesicht, klatschte dann in die Hände und schlug eine laute Lache auf, dann war es plötzlich hinweg und verschwand. Der Erbsenschotenbüschel purzelte den Wandernden rauschend queer vor die Füße, und dann rauschte er, wie von unsichtbarer Hand gezogen, hinweg aus ihren Augen, ohne daß sie eine Hand erblickt, die ihn bewegte.
Quelle:
- Ludwig Bechstein - Thüringer Sagenbuch, Wien und Leipzig, C. A. Hartlebens Verlags-Expedition, 1858
