Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:temmepommern132b

<<< zurück | Die Volkssagen von Pommern und Rügen | weiter >>>

Der Name Usedom - 2. Sage

  Mündlich.

Zu alten Zeiten, als die Insel noch keinen Namen hatte, aber schon viel Volks darauf wohnte, dachten die Leute daran, daß sie ihrem Lande doch einen Namen geben müßten. Sie kamen deshalb Alle an einem Ort zusammen und machten unter sich aus, daß nach dem ersten Worte, so Einer von ihnen spräche, die Insel benannt werden sollte, indem sie des Dafürhaltens waren, auf solche Weise einen recht hübschen Namen zu erhalten. Wie sie aber so beisammen waren, da wollte Keinem ein gutes Wort einfallen, und sie standen Alle still und stumm. Darüber ärgerte sich ein alter Mann unter ihnen also, daß er sich vergaß und plötzlich ausrief: O so dumm! damit auszudrücken, wie dumm sie doch wären, daß Keiner einen Namen finden könne. Also mußten sie nun selbst sich die Osodummer nennen, woraus nachher Usedomer geworden ist.

Quelle: J. D. H. Temme, Die Volkssagen von Pommern und Rügen, Berlin, 1840, In der Nicolaischen Buchhandlung


sagen/temmepommern132b.txt · Zuletzt geändert: von ewusch