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Die Heiligung des Meeres

  Barthold, Geschichte von Rügen und Pommern. I. S. 342.

Zur Zeit des Kaisers Otto des Dritten erhielt Reinberus, ein frommer und gelehrter geistlicher Herr, aus dem Hosgau gebürtig, den Sprengel von Kolberg zum Bisthum. Hier war aber zu damaliger Zeit noch Alles tief im Heidenthum versunken. Als daher Reinber gen Kolberg kam, war sein erstes Geschäft, daß er die heidnischen Götter vertrieb und ihren Dienst vertilgte. Die Tempel derselben zerstörte er mit Feuer. Am meisten zu schaffen machte ihm das Meer. Dasselbe war von einer Menge Unholder bewohnt. Diese wollten lange nicht weichen; da nahm der Bischof zuletzt vier Steine, die tränkte er mit dem heiligen Chrisma und warf sie dann in das Meer hinein. Darauf wichen von Stund’ an die heidnischen Geister.

Quelle: J. D. H. Temme, Die Volkssagen von Pommern und Rügen, Berlin, 1840, In der Nicolaischen Buchhandlung


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