<<< zurück | Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde IV | Ende
Klingmühl und der 30jährige Krieg
Sagensammlung von M. Rothe
Nach der Schlacht bei Lützen im Jahre 1632 erreichte der schlimmste aller Kriege auch unsere hiesige Gegend. Der abendlich blutrot gefärbte Himmel kündigte von den Plünderungen und Brandschatzungen der Kroaten in Hoyerswerda und Ruhland. Bald darauf sollten die plündernden und marodierenden Soldaten und in ihrem Schlepptau viel weiteres böses Volk auch Klingmühl erreichen. Die Klingmühler hatten große Angst, denn es sprach sich in Windeseile herum und eilte voraus, was in den Orten so alles von diesen abartigen Menschen angerichtet wurde. Die Klingmühler flüchteten rechtzeitig mit samt ihrem Vieh und mit Teilen ihrer Habe in das Weimermoor, um sich dort zu verstecken. Die Soldaten hörten zwar die aufgebrachten Tiere und versuchten diese und die Dorfbewohner im Sumpf aufzuspüren. Da die Kroaten aber den schmalen Steig und den gewundenen Pfad im Moor nicht fanden, sanken sie im Sumpf sofort ein, und mußten elendiglich ertrinken.
So kam es zwar, daß die Häuser der Klingmühler ausgeraubt und eingeäschert wurden, aber Leib, Leben und Vieh unversehrt blieben. Selbige Taktik bewährte sich auch gegenüber den genauso brandschatzenden Schweden. Durch diesen Krieg reduzierte sich die Bevölkerung unserer Gegend sehr stark, und sogar ganze Siedlungen sind wüst geworden, anders aber in Klingmühl. Durch die sichere Flucht ins schützende Moor konnten die Klingmühler sogar einen Bevölkerungszuwachs gegenüber den Vorkriegsjahren verzeichnen, denn es wurde berichtet, daß dort im Weimermoor sogar einige Kinder das Licht der Welt erblickt haben sollen.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2016. Nr. 18
