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Wie Klingmühl zu seinem Namen kam
Die klingelde Mühle am plätschernden Bach
Zuarbeit von Bert Griebner, Ortschronist von Klingmühl
In Klingmühl stand noch vor über 100 Jahren eine Wassermühle. Sie lag ungefähr 600 Schritt unterhalb der Quelle des Mühlgrabens und direkt neben dem Grundstück der Dorfgaststätte und ungefähr 100 Schritt abseits der Dorfstraße. Das Wasser des kleinen Baches wurde umgeleitet und angestaut, so daß ein kleiner Mühlteich entstand, um das unterschlächtige große eicherne Mühlrad anzutreiben.
Als die Bauern des Ortes und der Umgegend jeweils ihr Korn zum Müller brachten, wollten sie wissen, wann sie das fertige Mehl wieder abholen können. Da der alte Müller inzwischen schon etwas träge geworden war, suchte er nach einer Lösung, um den Bauern zu signalisieren, wann das Korn fertig gemahlen war. Er hängte einfach eine große Glocke vor seiner Mühle auf, und immer, wenn das Korn gemahlen war, läutete er dieselbe. Dadurch wußten die Bauern im Dorf gleich, daß ihr Mehl nun fertig war. Da es in Klingmühl zu keiner Zeit eine Kirche und eine Kirchenglocke gab, konnte es auch nicht zu Verwechslungen mit dem Angelusgeläut kommen.
Auch für die Bauern der Nachbardörfer war das Glockengeläut nützlich, denn sie warteten meist im Gasthaus auf das Geläut des Müllers. Die Zeit vertrieben sie sich seinerzeit bei Bier und Heringen sowie Karten- oder Würfelspielen. Manchmal jedoch mußte der Müller sehr, sehr lange läuten, bis die Männer aus dem Wirtshaus kamen. Dieses Klingeln der Mühle soll sogar ursprünglich zum Namensgeber für den Ort geworden sein, behaupteten früher immer die alten Leute.
Die manchmal anzutreffende Ortsnamenschreibung „Klinkmühl“ ist natürlich total falsch und kommt nicht von den Jahrhunderte später angefertigten Klinkersteinen.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2016. Nr. 17
