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Koßwig gewinnt immer

  Bruno Töpritz 1967 in einem Gespräch mit M. Rothe in der Schraube in Finsterwalde

Es ist ja kein Geheimnis, daß in Finsterwalde im Mittelalter fast jedes 2. Haus die Genehmigung zum Bierbrauen hatte. Man nannte das damals auch die Braugerechtigkeit. Aus dieser Zeit gibt es die folgende Überlieferung: Das umfangreiche Bierbrauen führte oftmals durch Unvorsichtigkeit zu schnell auskommenden Bränden in der Stadt. Brannte es aber mal eine lange Zeit nicht, dann ließen sich die Stadtväter auch mal etwas anderes einfallen, um die groBen Biervorräte schneller als gewöhnlich auszutrinken. Bier galt ja damals als Grundnahrungsmittel und wurde früh, mittags und ganz besonders am Abend getrunken. Und wie man so sagt, es wurde getrunken was das Zeug hielt. Das uferte manchmal sogar so weit aus, daß es zu regelrechten Trinkerwettstreiten innerhalb der Stadt kam. Da traten manchmal die Fleischer der Fleischerinnung gegen die Bäcker der Bäckerinnung oder die Tuchmacher gegen die Tischler und Schreiner usw. an. Kein Gewerk wurde dabei ausgelassen. Man konnte schon fast sagen, jeder trank gegen jeden. Einer aber, es war der trinkfesteste Bürger der Stadt, ging immer als Sieger hervor. Das war unser altbewährter Bürgermeister Abraham Koßwig1). Durch seine Siege im Wettrinken und seine dabei verkonsumierten riesigen Mengen Bier wurde er bald im ganzen Sachsenland bekannt. Auch der Kurfürst hörte von ihm, doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2016. Nr. 15


1)
Anmerkung Sagenwiki: In anderen Sagen ist von einem Bürgermeister Christoph Koswig die Rede.
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