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Das alte Dorf Babben

  Lausitzer Rundschau v. 04. 02. 1992
  Kurt Krengel, Babben

Eine alte Heimatsage aus dem Heidedorf Babben, die bisher jedes Körnchen Wahrheit entbehrt, sich aber hartnäckig als glaubhafte Wahrheit in einigen Köpfen Babbener Bürger festgesetzt hat, soll hier vorgestellt werden.

„Dort, wo der heutige Ort Babben steht, befindet er sich erst seit der Zeit nach dem 30jährigen Kriege. Früher, also vor dem 30jährigen Kriege soll der Ort Babben etwa 600 m weiter südlich gestanden haben als heute. Der Untergang des alten Babben resultierte aus dem 30jährigen Kriege, als die Schweden mordend und plündernd durch unsere Gegend zogen. Dabei wurde auch Babben verwüstet und niedergebrannt. Die Bewohner wurden, soweit sie nicht flüchten konnten, erschlagen.

Damit die Schweden das Heidedorf Babben nicht finden sollten, hatten sich die Einwohner allerhand ausgedacht. So hatten sie schon einige Jahrhunderte vorher ihre Kirche 600 m vom Ort entfernt errichtet. Und damit es so aussah, daß um die Kirche herum Leute wohnten, brachten schon weit vor dem 30-jährigen Kriege zahlreiche Generationen von Babbener Bürgern ihre entzweigegangenen Tontöpfe zur Kirche und verstreuten dort die alten Tonscherben. Doch das half alles nichts. Die Schweden fanden den Ort im Walde, raubten was zu rauben war und brannten Babben nieder.

Als der Krieg dann endlich vorüber war, gründeten die überlebenden fünf letzten Bewohner das neue Dorf Babben, gleich neben den Resten der Dorfkirche an der heutigen Stelle.

Als ein Zeichen, daß Babben früher an der anderen Stelle stand als heute, soll zu werten sein, daß auf der vermuteten ursprünglichen Dorfstelle kurz nach dem 2. Weltkriege alte Münzen, darunter Goldmünzen, ausgepflügt worden sein sollen. Doch leider sind diese Münzen verschollen und so gibt es keine Hinweise darüber, was für Münzen es gewesen sein könnten. Auch Siedlungsspuren wie z. B. Hausfundamente usw. gibt es leider nicht von der sogenannten ursprünglichen Dorfstelle.“

Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2016. Nr. 5


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