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Vom schönen Baum

  Vergl. Bericht von F. Winter in der LR ca. 1960er Jahre
  Berichte der Heimatforscher B. Töpritz und W. Gericke in der Beilage „Der Heimatwanderer" 
  zum Niederlausitzer Anzeiger
  verschiedene ältere Einwohner von Sonnewalde

In der Oberförsterei Sonnewalde, in einem großen zusammenhängenden Waldgebiet, kreuzen sich der sogenannte „Trebbuser Weg„ und die „Alte Proßmarker Straße“. An dieser Kreuzung in der Forstabteilung 203 a steht eine große Steinplatte mit der Aufschrift: „Am schönen Baum„. Hier soll vor vielen Jahren einmal eine riesige Eiche gestanden haben. Bei einer großangelegten Jagd des Grafen Solms von Sonnewalde wurde hier Rast gemacht. Als die Gräfin diese alte, urwüchsige Eiche sah, soll sie begeistert ausgerufen haben: „Seht nur diesen schönen Baum“ und seither heißt diese Kreuzung in der ganzen Umgebung nur: „Am schönen Baum„.

Diese Bezeichnung ist bei den Bauern und Bürgern der Umgebung sehr fest verwurzelt, sagte der ehemalige Revier-Förster F. Winter. Erkläre ich den Waldarbeitern z. B.: „Ihr arbeitet ab morgen in der Abteilung 203“, so fragten diese: „Wo ist das?“ Dann antwortete ich: „Na gleich hinter dem 'schönen Baum'“. Und die Waldarbeiter antworteten: „Ach so, das konntest Du ja gleich sagen.“

Von der Eiche, die diese Bezeichnung „schöner Baum“ erhielt, ist nichts mehr zu finden, nicht einmal ein Stubben. Aber vor Jahrzehnten lag der Stamm der alten Eiche, also des „schönen Baumes„ im Flur der alten Oberförsterei in Sonnewalde, in dem jetzt immer noch zu erkennenden alten Fachwerkgebäude. Dieser Stamm war ursprünglich an der Seite zur Straßenkreuzung von seiner Rinde befreit und wundervoll geschnitzt und die Schnitzerei ganz hervorragend illumeniert. Verschiedene frühere in der Oberförsterei Beschäftigte sowie die früheren Heimatforscher berichteten davon. So soll u.a. neben dem Sächsischen Wappen und dem Gräflich Solmsschen Wappen auch vielerlei Rankenwerk eingeschnitzt worden sein.

Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 2016. Nr. 2


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