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Die wilde Jagd von Sallgast
O. Jungrichter, Luckauer Heimatkalender 1928
Ein Mann ging eines Abends aus dem Gasthof „Zur Linde“ nach Hause. Da hörte er hinter sich Wagengerassel und Peitschenknallen. Er rief: „Halt, wo willst du hin?“. Von dieser Stunde an verfolgte ihn das Gefährt, wohin er auch gehen mochte. In der Nacht, wenn er schlief, kam es zum Schornstein hinein, und in der Stube drehte sich alles herum. Sein großer Hund wachte beständig an seinem Bett, aber wenn die wilde Jagd kam, verkroch er sich winselnd unter demselben. Seine Frau blieb nicht mehr bei ihm, sondern ging zu ihren Eltern zurück. Als der Mann starb, hörte man die wilde Jagd über den Dorfplatz ziehen. Die Leute aber sagten: „Jetzt zieht die wilde Jagd von ihm fort“.
Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 1993. Nr. 7
