Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:shkfiwa-iii-06

<<< zurück | Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde III | weiter >>>

Das Zigeunerweib in Lichtena

  R. Scharnweber und O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau N.-L., Berlin 1933

Nach Lichtena kam einstweilen ein Zigeunerweib zum Betteln. Bei sich hatte sie eine schwarze Katze, die lief immer hinter ihr her. Als sie in ein Haus hineingegangen war, und die Katze draußen blieb, kam ein Knabe und jagte die Katze und warf mit Steinen nach ihr. Da kam das Weib wieder aus dem Hause heraus und sprach zu dem Jungen: „Heinel, kriegst krumme Beinel„, und lockte ihre Katze und ging davon.

Die Frau des Schenkers hatte das aber gehört, weil sie am Fenster hinter den Vorhängen stand und gemerkt, daß die Zigeunerin eine Hexe war. Und als das Weib in die Schenke kam und bettelte, da nahm sie einen Besen und jagte die Hexe hinaus und warf ihr Salz nach auf den Rücken. Und als das Salz die Zigeunerin traf, schrie sie laut auf:„Au, wie das brennt“, und lief davon. Der Junge aber hatte seinen Schaden; denn nach ein paar Tagen liefer, fiel über einen Stein, brach das Bein und blieb sein Lebtag ein Krüppel.

Quelle: Sagen aus dem Heimatkreis Finsterwalde 1993. Nr. 6


sagen/shkfiwa-iii-06.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1