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Der Teufel von Massen
Als die Schweden im Dreißigjährigen Kriege gegen Finsterwalde zogen, lagerten sie lange Zeit auch bei Massen. Ihr Lager war bei den Kiesgruben. Sie quälten die armen Einwohner unmenschlich. Da kam eine Frau auf den Gedanken, sich als Teufel zu verkleiden und die Feinde in Schrecken zu versetzen, damit die Not endlich ein Ende hat. Sie zog sich nackend aus, beschmierte sich mit Kienruß, nahm eine Ofengabel in die Hand und stellte sich hinter einen Backofen auf. Als nun in der Abenddämmerung ein paar Schweden ins Dorf kamen und durch die abgebrannten und ausgeplünderten Gehöfte schlichen in der Hoffnung, doch noch irgendeine Beute zu finden, trat ihnen die Frau plötzlich entgegen, stieß ein gellendes Geschrei aus und tat, als wolle sie die Kerle spießen. Die ließen es aber gar nicht dazu kommen, ergriffen das Hasenpanier und bewirkten durch ihre Schilderung vom Erscheinen des Teufels, daß das Lager aufgehoben und näher an die Stadt verlegt wurde.
Quelle: Robert Scharnweber & Otto Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau, Berlin 1933;
