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Die Kutsche am Oderiner See
Wenn man vom Oderiner See nach Morgen zu auf einem Waldwege ins hohe Holz geht, kann einem in der Dunkelheit ein unsichtbarer Wagen begegnen. Einmal ging an einem Abend ein Förster auf einem Pirschgange durch den Wald. Da hörte er einen Wagen fahren. Er wunderte sich, wer da wohl in der Dunkelheit herumkutschieren könne und merkte, daß das Gespann immer näher an ihn heran kam. Deutlich hörte er das Schnauben der Pferde und das Quietschen der Räder. Jetzt mußte das Fuhrwerk um die Ecke biegen in einen Querschlag hinein, in dem er entgegen kam. Mit einem Male hörte der Lärm auf, und als er um die Ecke herum kam, war nichts zu sehen und zu hören, und auch keinerlei Spur zu bemerken.
Quelle: Robert Scharnweber & Otto Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau, Berlin 1933
