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Walensagen

Das Meißner Hochland ist reich an verborgenem Gold und Edelgestein; doch kennt das Volk weder den Ort, wo diese Schätze liegen, noch den Spruch, der sie in menschliche Gewalt bringt. Nur die Walen wußten dies alles und zogen in alter Zeit kreuz und quer durchs Gebirge, um mit Golde reich beladen in ihre Heimat Italien oder Welschland zurückzukehren.

Sie haben aber sog. Walenbücher hinterlassen, und wer den dort gegebenen Anweisungen folgt, dem winken noch heute gewaltige Reichtümer.

In den Büchern aber heißt es:

  Mitgeteilt durch Herrn Dr. Pilk nach einem handschriftlichen Walenbuche.

C. Zwei Stunden bei Bischofswerda, da frage nach Elias' Haldenwald, er liegt zwischen Neukirch und Neustadt und stößt an Ottendorf. Da wird nicht weit sein die sog. Säupfütze, darinnen liegen Goldkörner.

Von da gehe weiter, so wird eine Grenz-Tanne stehen auf dem Puzkauer, da gehe gerade hinauf, so wirst Du zwölf Steine mitt finden, der zwölfte steht auf dem Valtenberge, bei dem gehe sechs Schritt nach dem Mittag zu, da liegt alt Gereusche und Steine, die räume weg, so wirst Du Goldkörner finden. Ferner lenke Dich 50 Schritt hinauf, da ist ein Marder in einen Stein gehauen. Wenn Du den hast, so gehe fünf Schritte zurücke und räume bei einem Steine weg, so wirst Du groß Gut finden. Item gehe von da weiter nach dem Hohwalde 70 Schritt, so wird ein Entenfuß in einem Steine stehen, da gehe neun Schritte nach dem Mittag zu, da steht eine große Fichte, unter der räume weg, da liegt gediegen Erz. Von da gehe noch hundert Schritte gegen Abend, so wirst Du einen Stein finden, daran ein Bischofsstab gehauen ist. Er ist viereckig. Den hebe auf, so wirst Du Dein ganzes Leben volle Genüge haben. Desgleichen im Hohwalde in des Hasens Brunnen liegen gediegene Goldkörner.„

Quelle: Sagenbuch der Sächsischen Schweiz; Herausgegeben von Alfred Meiche, Leipzig 1894, Verlag von Bernhard Franke


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