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Landgraf Ludwig und der Löwe
Annall. Reinh. p. 149. Leben des heil. Ludwig S. 19. Gereimtes Leben der heil. Elisabeth bei Graff Diutiska I, 378
Derselbe Landgraf hatte auf der Wartburg einen Löwen. Dieser war dem Zwinger, darin er sich befand, eines Morgens entkommen und erhub ein gewaltiges Brüllen auf dem Burghofe, dass Niemand sich ihm zu nähern wagte. Als das der Landgraf hörte, stand er eilig von seinem Lager auf, warf ein leichtes Kleid über und trat in seinen Bundschuhen kühn und unerschrocken dem Löwen entgegen, hob seine Hand drohend auf und rief unerschrockenen Muthes mit lauter Stimme ihn an. Alsbald legte sich der grimmige Löwe vor ihm nieder wie ein zahmes Hündlein und wedelte mit seinem Schweif.
Nicht ohne Mühe und Noth, besonders mit Hilfe brennender Wische, wurde der Löwe wieder in seinen Käfig zurückgebracht. Der Wärter aber erhielt eine schwere Strafe.
Quellen:
- Dr. August Witzschel: Sagen aus Thüringen. Meersburg und Leipzig 1930
