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Der Esel von Neuffen
Eine mündliche Überlieferung aus Neuffen und Owen Dieselbe Sage wird von Hohentwiel erzählt.
Im Dreißigjährigen Krieg hatten die Schweden die Festung Hohenneuffen bereits sieben Jahre belagert und die Belagerten litten schon lange den bittersten Mangel. Da fütterten sie endlich mit ihrem letzten Simri Dinkel den Esel, der ihnen sonst das Wasser herauftragen musste, schlachteten ihn darauf sogleich, um ihn zu verzehren, und warfen den vollgefüllten Wanst über die Mauer der Festung hinab.
Als die Feinde, welche schon auf die Übergabe der Festung gehofft hatten, dies sahen, schlossen sie daraus, dass die Besatzung noch vollauf zu leben habe, und zogen ab. Seitdem aber bekamen die Leute in der Festung wie in der Stadt Neuffen den Spottnamen Eselfresser oder Esel.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
