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sagen:sagenschwaben380

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Die Herren von Stöffeln

Am Stöffelisberg (Stöffelberg) bei Gönningen, der alten Heimat der Herren von Stöffeln, deren Schloss mitsamt ihrem Städtlein Gönningen Eberhard der Erlauchte im Jahr 1300 sich kaufte, fand vor mehreren Jahren ein Bauer dicht unter dem aufgegrabenen Fahrweg mehre Helme, Schwerter und Leichname. Dabei war auch ein zweischneidiges Schwert und ein eben solcher Hirschfänger.

Die Sage erzählt: Wenn ein Herr von Stöffeln diese Waffen geführt hatte, so habe er jedermann ungestraft damit ermorden dürfen, dafür aber jedes Mal den Namen des Unbarmherzigen überkommen.

Anmerkung durch Herrn Pfarrer Meyer in Pfullingen: Uhland bemerkte mir, die Sage habe ursprünglich wohl ein Schwert hier gemeint, auf dem das Verhängnis geruht hat, dass es alles habe umbringen müssen, wie zum Beispiel in mehreren nordischen Sagen solche Schwerter vorkommen, die von Zwergen geschmiedet und mit dieser Verwünschung belegt worden sind. Die obige Sage hätte dann die Idee des Verhängnisses, das die Waffe erfüllen muss, ganz gut durch die der Straflosigkeit jedes damit vollzogenen Mordes ausgedrückt.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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