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Die Kirche von Tüngental
Ein Herr von Limpurg jagte im Feld bei Tüngental Hasen. Da flüchtete sich ein Hase, den die Hunde verfolgten, in die dortige Kirche ins Chor und hängte sich an das Bild der Heiligen Jungfrau, worauf die Hunde ihn nicht mehr anfielen.
Da ließ der Herr von Limpurg den Hasen hinaustragen und sagte: »Du hast in diesem Gotteshaus Schutz gesucht. Meine Hunde haben ihn dir gestattet, so will auch ich dich an deiner Freiheit nicht hindern, lieber Hase. Lauf hin in Frieden!« Darauf ließ er den Hasen los, der nun auch von den Hunden nicht angegriffen wurde. Alsdann wallfahrtete das Volk in großen Haufen zu der wohltätigen Maria in Tüngental, wo diese Geschichte auf einer Tafel am Altar gemalt zu sehen ist.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
