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sagen:sagenschwaben372b

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Die sieben Knaben 2.Sage

  Eine mündliche Überlieferung aus Friedingen an der Donau.
  Dieselbe Sage knüpft sich an die Ruine Ramsteig zwischen Oberndorf und Harthausen.

Zwischen Schömberg und Rottweil liegt die Ruine Wildeck, da wohnte einst eine vornehme Frau, die während der Abwesenheit ihres Mannes mit sieben Knaben auf einmal niederkam. Darüber entsetzte sie sich dergestalt, dass sie sogleich sechs davon ersäufen lassen wollte und dieselben der Magd übergab und ihr sagte, dass, wenn jemand sie befrage, so möge sie nur antworten, sie müsse junge Hunde ertränken. Da begegnete aber der Magd ihr eigner Hausherr, dem sie alsbald alles bekennen musste. Derselbe ließ nun die Knaben auf einer anderen Burg erziehen und gab dann nach mehreren Jahren ein Fest, wozu er auch diese Kinder kommen ließ. Seine Frau wusste nichts davon, dass es ihre eignen Söhne waren.

Während der Mahlzeit fragte der Mann gelegentlich seine Frau, welche Strafe wohl eine Mutter verdiene, die sechs Kinder habe umbringen wollen.

»Die sollte man lebendig in Öl sieden«, sagte sie.

»So hast du dein eigenes Urteil dir gesprochen«, sagte der Mann und ließ es an der Frau auch ausführen.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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