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Der Jettenbühl bei Heidelberg
Mündlich aus Heidelberg Vergl. die deutschen Sagen der Brüder Grimm, Nr. 138
In der Nähe des Heidelberger Schloßes liegt ein Hügel, den man noch jetzt den Jettenbühl nennt. Hier lebte vor Zeiten in einer Höhle eine Zauberin, Namens Jetta, die Niemand ein Leid anthat, vielmehr heilsame Kräuter für die Kranken sammelte und Verirrten den rechten Weg zeigte. Aus der Quelle beim sogenannten „Wolfsbrunnen“, am Fuße des Gaisbergs, holte sie sich ihr Trinkwaßer. Auf dem Wege dahin wurde sie einst von einem Wolfe zerrissen. Mehr weiß man nicht über die Jetta. Indes ist sie im Heidelberger Wappen abgebildet mit einem Heidelbeerstrauche in der Hand.
Beim Wolfsbrunnen hat man einen ausgemauerten Gang gefunden, den man sonst das Heidenloch nannte; jetzt heißt er auch wohl die Jettenhöhle.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
