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sagen:sagenschwaben338b

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Der Michelsberg bei Gundelsheim 2.Sage

Ein Heidenjüngling ward einer Christin verlobt. Die Jungfrau aber verließ Vater und Mutter und floh, um dieser Ehe zu entgehen, in einen Wald, wo wilde Tiere sie nährten. Ihr ganzes Wald­leben, bis kurz vor ihrem Tod, grub sie in Steine und Bäume ein.

Einst verfolgte ihr Verlobter ein Wild, und das führte ihn zum Grab seiner Braut. Als er nun an den Bäumen und Steinen ringsum ihr Schicksal las, ward er gerührt und ließ sich taufen, lebte dann einsam auf dem Michelsberg und baute sich daselbst eine Hütte, zu welcher Kranke wallfahrten und dann genasen. Der Berg mit seiner reizenden Aussicht heißt daher noch jetzt das »Himmelreich« und der Sitz des Einsiedlers »Gotteshöhe«. Über seinem Grab erbaute man später die Michelskapelle.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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