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Die heilige Notburga 2.Sage
Ein Ritter auf der Burg Hornberg am Neckar war nach Wien zu einem Turnier gezogen. Seine Frau, die gegen ihre Stieftochter hart und böse war, quälte sie dergestalt, dass sie entfloh. Eine Hirschkuh, die sie aufgezogen hatte, begleitete sie und holte ihr in einem Korb Nahrung aus dem Schloss und in einer Kürbisflasche Wasser aus einer nahen Quelle. Diese Quelle, welche nach der Jungfrau »Mechtilden-Quelle« genannt wurde, nimmt nie ab, ist im Sommer kühl und friert im Winter nicht zu. So lebte sie sieben Jahre lang. Die Stiefmutter starb. Eines Tages, als der Hirsch jämmerlich schrie, fand der Ritter, durch das Tier geführt, auch die Höhle und Leiche seiner Tochter. Über dem Begräbnisplatz baute er eine Kapelle.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
