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sagen:sagenschwaben308

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Der Messerreiter

  Eine mündliche Überlieferung aus Horb

Bei Horb ließ sich vor einigen Jahrzehnten noch ein Geist sehen, der ein Feldmesser gewesen und betrogen hatte. Er trug ein Buch unter dem Arm, zeigte sich bei Tage auch als Jäger und wurde der Messerreiter genannt. Armen Holzsammlern hat er oft­mals ihr Bündel aufgeholfen. Anderen Leuten hat er auch wohl Ohrfeigen ausgeteilt. Man spricht jetzt nicht viel mehr von ihm. Vielleicht ist er erlöst. Indes hieß es sonst, der Messerreiter halte sich immer sieben Jahre bei Horb und dann andere sieben Jahre auf dem Heuberg bei Tuttlingen auf.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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