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Herrgottssteine
In Flussbetten und auf Feldern findet man häufig weiße Steinchen, die zuweilen mit roten Tupfen oder mit rötlichen Streifen versehen sind. Man nennt sie »Herrgottssteine« und glaubt, dass sie vom Himmel gefallen seien. (Es sind abgeriebene und abgespülte Stücke von Quarz.) Wer einen solchen Herrgottsstein in der Tasche trägt, der fällt nicht, oder wenn er dennoch zu Fall kommen sollte, so nimmt er keinen Schaden. Deshalb lesen Kinder und alte Leute diese Steine gern auf und führen sie bei sich.
In Bühl und sonst wo legen die Kinder solche Steinchen auch für die Muttergottes in Bildstöcke hinein. Außerdem hat man im Haus gern einen Herrgottsstein, weil er Glück bringt und den Blitz vom Haus abhält.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
