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sagen:sagenschwaben258a

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Im Mondschein soll man nicht arbeiten 1.Sage

  Eine mündliche Überlieferung aus Brackenheim

Eine arme Frau in Brackenheim ernährte sich vom Spinnen und war so fleißig, dass sie oft ganze Nächte hindurch an der Kunkel saß. Wenn aber der Mond schien, so steckte sie kein Licht an, sondern spann im Mondschein. Da trat einmal mit dem Schlag zwölf ein Mann herein und brachte ihr einen ganzen Armvoll Spindeln und sagte: »Wenn du die nicht noch in dieser Nacht voll spinnst, so ist es aus mit dir und ich werde dich holen.«

Da ward es der Frau angst und bange, aber ein guter Geist gab es ihr ein, dass sie die Spindeln nur einmal überspann und so noch zu der bestimmten Stunde fertig wurde. Dieser Mann, welcher der Böse selbst war, kam auch richtig wieder, nahm stillschweigend die Spindeln und ging damit fort. Seitdem hat dir Frau nie wieder im Mondschein gesponnen.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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