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Raben 4

  Eine mündliche Überlieferung aus Wurmlingen

Die jungen Raben werden die ersten 9 Tage hindurch bloß vom Tau des Himmels ernährt. Weil sie nämlich nackt und hell sind, so meinen die Alten, es sei nicht ihre Zucht und bringen ihnen kein Futter. Doch sehen sie dann und wann nach dem Nest. So wie die Jungen am neunten Tag schwarze, wollige Federn an der Brust bekommen, holen sie ihnen das erste Aas. Daher sagt man: Menschen und Raben seien die schlechten Geschöpfe, weil sie ihre eignen Jungen verlassen können. Vergleiche Rabenmutter. Schon den Alten war die Sage bekannt.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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