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sagen:sagenschwaben231

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Die Schlange mit der Goldkrone in Stuttgart

  Eine mündliche Überlieferung aus Stuttgart. 
  Auch von anderen Häusern in Stuttgart geht die Sage aus, 
  dass sie auf diese Art reich geworden seien.

An der neuen Brücke in Stuttgart, da wo das Gutbrodsche Haus steht, wohnte früher ein Seiler. Der hörte einst im Nebenzimmer sein Kind, während es frühstückte, die Worte sprechen: »Iss et no Ilch, iss au Ocke!«

Weil das Kind allein in der Stube war, fiel dem Vater die Rede auf. Er guckte deshalb durchs Schlüsselloch und sah alsbald, dass eine Schlange, die eine prächtige Goldkrone trug, mit dem Kind aus einer Schüssel aß. Am folgenden Morgen passte er nun auf, und als die Schlange wieder kam und Milch trank, schlich er sich mit einem Beil hin und schlug sie tot. Durch die goldene Krone, die er so gewonnen hatte, wurde er unermesslich reich und baute sich ein neues, großes Haus, das seine Nachkommen noch heute bewohnen.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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