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Hexenbäume
Eine mündliche Überlieferung
Auf dem Heuberg bei Obernheim steht ein Baum, der das »Hexenbäumle« genannt wird, weil hier die Hexen alle Wochen einmal tanzen. Ihre Hauptversammlung halten sie aber in der Neujahrsnacht. Ein besonderer Platz heißt auch die »Hexenheid«. Einst sah jemand das Mutesheer über das Hexenbäumle bei Obernheim hinziehen und sah darunter viele rote Strümpfe und Weiberfüße.
Auch bei Tettnang, auf dem Weg nach Laimnau, stand früher eine ungeheure große Buche, die man allgemein die »Hexenbuch« nannte, weil die Hexen darunter tanzten.
Ferner steht auf dem Heuberge bei Rotenburg a. N. ein »Hexenbäumle«, ein Apfelbaum, unter welchem die Hexen ihre Tänze aufführen.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
