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Der Pelzmärte nimmt Kinder
Mündlich
Eine Frau aus Wankheim hatte ein Kind, das schrie am Abend vor Weihnachten so arg, daß die Frau endlich, um es einzuschüchtern, die Thür aufmachte und es hinaushielt und sagte: „da Pelzmärte, da hasts, nimms mit!“ Auf einmal ward das Kind ihren Händen entrissen; sie hörte es noch lange in der Luft schreien und bekam es nie wieder; denn sie hatte es in die Macht des Bösen dahingegeben durch ihre Worte. Ebenso erging es einer Mutter aus Kiebingen, die ein unartiges Kind dem Niklas hinreichte; der nahm es ebenfalls und flog damit fort in die Luft und zerriß es.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
