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Die Teufelsmühle 1
Im Murgtal, nicht weit von Gernsbach, wohnte ein Müller, dem wurde oft das Wehr (»Waag« genannt) vom Wasser fortgerissen. Da sagte er endlich: »Ei so wollt ich, dass mir der Teufel ein Wehr baute!«
Da stand plötzlich der Teufel da, und sie wurden einig miteinander, dass der Teufel in der folgenden Nacht ein neues Wehr mit zwei Gängen bauen müde, wofür er dann das Recht haben sollte, jeden Tag eine »Seele« auf der Sägmühle zu zersägen. Doch musste alles vor dem ersten Hahnenschrei fertig sein, sonst sollte der Vertrag für den Müller nicht gelten. Der Teufel baute nun die ganze Nacht durch. Die alte Frau des Müllers aber hatte sich heimlich auf einen benachbarten Hügel geschlichen. Als nur noch ein Stein fehlte, da krähte sie, worauf alsbald alle Hähne im Dorf zu schreien anfingen. So war der Teufel geprellt.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
