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sagen:sagenschwaben166a

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Rehberger 1

  Eine schriftliche Überlieferung, Chronik der Stadt Schwäbisch-Hall von Lacorn, 1700

Sigbertus in seiner Chronik schreibt von einem Junker Rechberger, der mit seinen Dienern einst fremden Herren entgegen ritt und über Nacht in einer Feldkapelle blieb. Da er morgens weiter reiste, ließ er seine Handschuhe aus Vergesslichkeit liegen und schickte deshalb später einen Diener zurück, dass er sie holen sollte. Wie nun der Diener in die Kapelle kommt, sieht er dort einen Totensarg stehen und darauf einen leibhaftigen Teufel sitzen, der hatte des Edelmanns Handschuhe an. Kaum hat der Diener dies gesehen, so macht er sich auf und davon und kommt zurück und erzählt seinem Herrn die Sache. Der wird unwillig und reitet selbst zu der Kapelle zurück und findet es so vor, wie der Diener gesagt hatte. Er tritt aber keck hinzu, reißt dem Gespenst die Handschuhe ab und reitet seines Wegs weiter fort.

Über eine Weile begegnet ihm eine ganze Schwadron Reiter, und bald darauf noch eine. Hintennach aber ritt einer, der führte ein leeres Pferd. Diesen fragte der Edelmann, wer sie seinen, worauf jener antwortete, sie seien das “wütende Heer”. Fragte der Edelmann weiter, was das leere Pferd bedeuten solle. Und der Reiter sprach, sein Herr, der Teufel, habe einen getreuen Diener, der heiße Rechberger, für den sei es bestellt, denn derselbe solle von heut übers Jahr erstochen werden und auf diesem Pferd in sein Quartier reiten.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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