Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:sagenschwaben161

<<< vorherige Sage | Kapitel 3 | nächste Sage >>>

Der Schreier

  Eine mündliche Überlieferung aus Frickenhausen

In der Umgegend von Frickenhausen, besonders im Hardtholz und auf dem »alten Kern«, wo ehedem ein Nonnenkloster gestanden hatte, ließ sich sonst häufig ein Schimmelreiter sehen, der schrie wie ein Rehbock, weshalb man ihn nur den Schreier nannte. Er war als Jäger gekleidet, hatte ein Gewehr und einen Hund bei sich, der beständig boll. Auch als Licht hat er sich schon gezeigt, das fuhr so rasch hin und her, als ob ein Stern schießt. Einst sah ein Mann in Frickenhausen aus dem Fenster dies Licht und rief ihm zu:

Schäuble feucht,
mach dich leicht,
dass du bald
bei mir seist!

Dies aussprechen und das Fenster zuschlagen, war eins, denn in demselben Augenblick sah er das Licht an sein Fenster fahren wie der Teufel, dass er nicht wenig erschrak.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


sagen/sagenschwaben161.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1