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sagen:sagenschwaben158

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Das Mutesheer in Rotenburg

In Rotenburg a. N. hört man das Mutesheer besonders zur Weihnachtszeit, wo überhaupt alle Geister eine besondere Gewalt haben und umgehen. Es befinden sich namentlich Hexen in dem Mutesheer und stellen ein wildes Toben in der Luft an, womit immer auch ein heftiger Sturmwind verbunden ist. In Rotenburg hat das Mutesheer einmal ein ganz neues Haus im Nu umgerissen. Als man darauf das Haus wieder aufbaute und kaum damit fertig war, wurde es zum zweiten Mal völlig zusammengerissen, und nun erkannte man, dass dies von dem Mutesheer herkomme. Auch soll man unter den Balken einen ganz kleinen Knaben eingeklemmt gefunden haben, und der, sagt man, habe die Leute verwarnt, dass sie doch an dieser Stelle ja kein Haus wieder aufrichten sollten. Seitdem hat auch niemand hier mehr bauen mögen und der Platz steht leer. Er befindet sich auf der linken Seite des Neckars, gleich unterhalb der oberen Neckarbrücke, zwischen zwei Häusern.

Einige Leute in Rotenburg sagen »die Muoteheer.« Ebenso in Friedingen an der Donau, wo man noch weiter erzählt, die Muoteheer sei eine »verwunschene Frau«.

In der Gegend von Heidenheim und Königsbronn sagt man auch wohl »die Muterheer«.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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