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Der Buchjäger 2

  Mündliche Überlieferungen aus Dornhan

Einst hörte eine Frau aus Dornhan den Buchjäger auf einer Wiese jagen, wo der Schinder gewöhnlich die alten Pferde absticht. Er lockte seine fünf Hunde, indem er beständig rief: »Hu deck deck deck! Hu deck!« Ähnlich wie die Jäger, wenn sie ein Stück Wild angeschossen haben und die Hunde nicht da sind. Dann rufen sie: »Hu da da da! Hu da!«

Als die Frau nun diesen Jagdruf vernahm, rief sie dem Buchjäger aus dem Fenster zu: »He, Buchjäger, werft mir auch ein Stück Wildbret her!« Sie hatte die letzten Worte noch nicht ausgesprochen, so kam auch schon ein ganzer Pferdeschinken durchs Fenster geflogen Seitdem hat die Frau den Buchjäger nicht wieder um Wildbret angesprochen.

Man sagt, dieser Jäger habe an keinen Gott geglaubt und sonntags während der Kirche sich immer mit der Jagd belustigt. Dafür müsse er nun ewig jagen. Früher hörte man ihn besonders um Weihnachten, wie er die ganze Nacht hindurch seine Hunde lockte.

Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852


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