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Der ewige Jäger 3
Eine mündliche Überlieferung aus Freudenstadt und Loßburg
In der Umgegend von Freudenstadt erzählt man, der ewige Jäger habe in der Weihnacht oder Karfreitagsnacht gegen die Sonne (!) geschossen, worauf Blut herabgeflossen sei. Dieses Blut habe er in einem Tuch aufgefangen und Bleikugeln damit benetzt, und mit solchen Kugeln habe er alles treffen können, was er nur habe erreichen wollen. Seien die Kugeln verschossen gewesen, so habe er einen frischen Schuss gegen die Sonne getan. Dafür muss er nun jagen und zieht mit Hundegebell und Jagdgetöse in der ganzen Welt umher.
In Loßburg dagegen sagt man, der ewige Jäger habe einst ein schönes Stück Wild verfolgt und nicht erreichen können. Da habe er geschworen: »Haben müsse er es, und wenn er ewig danach jagen sollte.« Er jagt nun auch noch immer danach und wird es wohl nie einholen.
Quelle: Deutsche Sagen, Sitten und Gebräuche aus Schwaben, gesammelt von Dr. Ernst Meier, Stuttgart, Verlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung, 1852
